FSME-Prävention am Arbeitsplatz: Schutz vor Zeckenbissen

In einer Welt, in der das Bewusstsein für durch Zecken übertragene Krankheiten zunehmend an Bedeutung gewinnt, rückt auch die FSME-Prävention am Arbeitsplatz in den Fokus. Zecken, die das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) übertragen können, stellen nicht nur bei Freizeitaktivitäten, sondern auch am Arbeitsplatz eine potenzielle Gefahr dar.

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine durch das Flavivirus verursachte Virusenzephalitis. Weltweit gibt es drei relevante Virussubtypen, die phylogenetisch und antigen stark miteinander verwandt sind und gegen die geimpft werden kann. In Deutschland ist der europäische Subtyp präsent, der hauptsächlich durch den Stich der Zecke Ixodes ricinus übertragen wird. Zecken, die das Virus übertragen, sind weit verbreitet. Für Deutschland gibt das RKI jährlich eine aktualisierte Karte der Risikogebiete heraus. Die Grundlage dieser Karte bilden die gemeldeten Fälle von FSME-Erkrankungen, die dem RKI gemäß dem Infektionsschutzgesetz übermittelt werden.

Das Virus tritt vorrangig im Frühjahr und Sommer auf, kann jedoch auch im Herbst und bei warmer Witterung im Winter auftreten. Die virustragenden Zecken, die die Infektion übertragen, sind mehrjährige Tiere und werden ab einer Temperatur von etwa 8 Grad aktiv. Die Übertragung erfolgt durch einen Zeckenstich, wobei der Mensch als zufälliger Endwirt fungiert. Es findet keine Übertragung von Mensch zu Mensch statt und bisher wurde keine vertikale Übertragung von einer Schwangeren auf das ungeborene Kind beobachtet.

Kontakt mit FSME

Zecken sind nahezu überall präsent, insbesondere in Bereichen mit Pflanzen, sei es in Gärten, Parks oder natürlichen Umgebungen. Diese kleinen Parasiten klettern auf exponierte Stellen wie Grashalme, Büsche oder herumliegendes Totholz. Beim Kontakt mit einem Tier oder einem Menschen haften sie sich fest. Es ist wichtig zu beachten, dass Zecken weder von Bäumen fallen noch springen können. Die meisten Zecken warten in einer Höhe von weniger als einem Meter, oft sogar nur zwischen 10 und 50 cm über dem Boden.

Menschen kommen in verschiedenen Situationen mit Zecken in Kontakt. Während des Urlaubs in ländlichen oder bewaldeten Gebieten besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, insbesondere bei Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Camping oder Angeln. Spaziergänge in Parks, Gärten oder naturnahen Umgebungen können ebenfalls potenzielle Begegnungen mit sich bringen.

Berufe, die ein erhöhtes Zeckenrisiko bergen, sind solche, die mit outdoor-orientierten Aktivitäten verbunden sind, wie beispielsweise Förster, Landarbeiter, Gärtner, Landwirte oder Wanderführer. Diese Berufe bringen oft eine erhöhte Exposition gegenüber Zecken und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zeckenstiche mit sich. Daher ist für Personen in solchen oder ähnlichen Berufen eine erhöhte Aufmerksamkeit und geeignete Schutzmaßnahmen ratsam, um die Wahrscheinlichkeit von Infektionen zu minimieren. 5-Schritte zur FSME-Prävention am Arbeitsplatz:

  1. Tragen Sie lange Kleidung, um Zecken abzuwehren.
  2. Verwenden Sie Insektenschutzmittel.
  3. Suchen Sie regelmäßig nach Zecken.
  4. Informieren Sie Ihre Kollegen über die Risiken.
  5. Lassen Sie sich impfen!

 

Mögliche Symptome

Nach einem Stich einer mit FSME-Viren infizierten Zecke bleibt die Mehrheit (ca. 70 bis 95 %) beschwerdefrei. Einige zeigen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel etwa ein bis zwei Wochen nach dem Stich, die sich nach einigen Tagen wieder bessern. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit danach ohne weitere Probleme.

Jedoch kann bei einigen Betroffenen etwa eine Woche später ein zweiter Krankheitsgipfel auftreten, der das zentrale Nervensystem betrifft. Dies kann zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen. Symptome sind wiederholtes Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Ausfälle des Nervensystems. Schwere Verläufe können mit Lähmungen an Armen und Beinen, Schluck- und Sprechstörungen, Atemlähmungen und starker Schläfrigkeit einhergehen. Obwohl eine folgenlose Heilung auch spät möglich ist, können schwerere Fälle zu bleibenden Schäden führen. Etwa einer von hundert Betroffenen stirbt an einer Infektion, wobei schwere Krankheitsverläufe überwiegend im Erwachsenenalter auftreten.

Vor dem Hintergrund dieser potenziell schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit betonen präventive Maßnahmen ihre entscheidende Rolle. Eine gezielte FSME-Prävention ist besonders für Unternehmen von Bedeutung, um die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten.

FSME-Prävention am Arbeitsplatz

Eine sichere Arbeitsumgebung ist nicht nur ausschlaggebend für das individuelle Wohlbefinden, sondern trägt auch maßgeblich zur Produktivität und langfristigen Stabilität eines Unternehmens bei. Für Unternehmen ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, um die Prävention und damit den Schutz für ihre Arbeitnehmer zu gewährleisten:

  1. Information und Schulung: In der betrieblichen FSME-Prävention spielen Information und Schulung eine zentrale Rolle. Unternehmen können die Mitarbeiter durch die Bereitstellung von fundierten Informationen über das Risiko von FSME und Maßnahmen zur Prävention sensibilisieren. Darüber hinaus sind gezielte Schulungen zu sicheren Verhaltensweisen in risikoreichen Umgebungen entscheidend. Mitarbeiter sollten auf potenzielle Gefahrenquellen aufmerksam gemacht werden und lernen, wie sie sich effektiv vor Zeckenstichen schützen können. Dies trägt nicht nur zur individuellen Gesundheit bei, sondern stärkt auch das kollektive Bewusstsein für präventive Maßnahmen im Unternehmen.
  2. Impfungen fördern: Die Förderung von FSME-Impfungen für Mitarbeiter, insbesondere für diejenigen in Risikobereichen, ist eine wirksame Maßnahme zur Prävention von FSME-Erkrankungen. Die Impfung bietet einen zuverlässigen Schutz vor der Krankheit. Unternehmen können aktiv dazu beitragen, die Impfraten ihrer Belegschaft zu erhöhen, indem sie gezielte Impfkampagnen organisieren. Diese Kampagnen können sowohl Informationen über die Bedeutung der FSME-Impfung als auch praktische Möglichkeiten zur Impfung bereitstellen. Durch die Förderung von Impfungen tragen Unternehmen zur individuellen Gesundheit ihrer Mitarbeiter bei, schaffen eine sicherere Arbeitsumgebung und sichern die Einsatzbereitschaft ihrer Belegschaft.
  3. Kommunikation und Sensibilisierung: Bei der Prävention von FSME am Arbeitsplatz spielen Kommunikation und Sensibilisierung eine zentrale Rolle. Regelmäßige Kommunikation über das Zeckenrisiko und die Bedeutung präventiver Maßnahmen schafft ein Bewusstsein unter den Mitarbeitern. Sensibilisierung für die Notwendigkeit der Zeckenkontrolle und -vermeidung fördert proaktives Verhalten. Unternehmen sollten Informationen regelmäßig bereitstellen, um das Verständnis und die Bereitschaft der Belegschaft zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu fördern. Dies trägt dazu bei, das Zeckenrisiko zu minimieren und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.

 

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