Sichere Mobilität

Sichere Mobilität als Teil des Arbeitsschutzes

Sichere Mobilität im Herbst und im Winter?

Mit jedem Schritt, der während der Arbeitszeit getätigt wird, ist man dienstlich unterwegs. Aber auch die Wege zur und von der Arbeit zählen dazu. Eine sichere Mobilität als Teil des betrieblichen Arbeitsschutzes hat oberste Priorität. Dabei häufen sich so genannte Wegeunfälle gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit. Unter Wegeunfällen werden Unfälle verstanden, die Beschäftigte auf dem direkten Weg zur oder von der Arbeit erleiden. Dabei ist es egal, ob Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder anderweitigen Fortbewegungsmitteln unterwegs sind.

Diese Wegeunfälle machen knapp 30 Prozent der Entschädigungsleistungen aus. Gerade im Herbst und im Winter sollten deswegen wichtige Maßnahmen ergriffen werden, um im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes sicher die Wege zur und von der Arbeit bestreiten zu können.

Welche Folgen haben Wegeunfälle?

Ein Wegeunfall ist schnell passiert. Allein das Stolpern, Umknicken oder Ausrutschen ist gerade in der dunklen Jahreszeit weit verbreitet. Aber auch Fahrrad- oder Autounfälle häufen sich gerade in dieser Zeit. Ein solcher Unfall bietet meist auch immer schmerzhafte Folgen, sowohl für den geschädigten Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber, wenn auch in einer anderen Hinsicht.

Zu den Folgen für den Arbeitnehmer zählt natürlich das persönliche Leid in Form von Verletzungen. Für den Arbeitgeber resultieren Fehlzeiten aufgrund der Krankheit bzw. Abwesenheit der Arbeitnehmer. Des Weiteren entstehen für den Arbeitgeber zusätzliche Kosten sowie organisatorische Probleme. Die anderen Arbeitnehmer leiden aufgrund der Krankheit bzw. Abwesenheit des Kollegen unter einer Mehrbelastung im Betrieb.

Welche Maßnahmen sorgen für eine sichere Mobilität als Teil des Arbeitsschutzes?

Gerade im Herbst und im Winter sind die Witterungsbedingungen oftmals schlecht und nicht gerade mobilitätsfreundlich. Deswegen sollte gerade bei solchen Witterungsverhältnissen mehr Zeit für den Arbeitsweg eingeplant werden. Außerdem sollte die Konzentration noch stärker auf das Gehen oder Fahren liegen.

Besondere Vorsicht ist gerade auch bei Personen geboten, die ohne Reflektoren unterwegs sind oder bei unbeleuchteten Gegenständen. In diesen Fällen muss bedacht werden, dass diese im Dunkeln erst aus relativ geringer Distanz erkannt werden können.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Überprüfung der eigenen Sehfähigkeit. Denn wer schlecht sieht, neigt dazu, Distanzen falsch einzuschätzen und sich gerade in der dunklen Jahreszeit zu einem Risikofaktor zu entwickeln. Gerade bei Brillen ist es hilfreich, mehrfach entspiegelte Qualitätsgläser einzusetzen. Diese können die Sicht bei schwierigen Bedingungen verbessern.

Neben diesen Tipps und Maßnahmen sollte trotzdem jeder darauf gefasst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen. Somit steht vor allem eine aufmerksame und vorausschauende Fahrweise im Hauptaugenmerk.

Maßnahmen für die sichere Mobilität zu Fuß

Ist man zu Fuß auf dem Weg zur oder von der Arbeit ist es wichtig, helle und/oder reflektierende Kleidung zu tragen. Durch das Anbringen von Reflektoren oder neonfarbigen Schutzhüllen auf Taschen und Rucksäcken verbessert sich die eigene Sichtbarkeit für die anderen Verkehrsteilnehmer deutlich.

Ein weiterer wertvoller Tipp ist das Tragen des richtigen Schuhwerks. Vor allem breitflächige, gut profilierte Sohlen aus möglichst rutschhemmendem Material eignen sich für den Herbst und Winter. Darüber hinaus geben Schuhmodelle mit einem höheren, in der Weite regulierbaren Schaft einen besseren Halt als etwa Halbschuhe.

Gerade bei Glätte oder Eis empfiehlt es sich immer, langsame und kurze Schritte zu machen, um nicht auszurutschen. Für einen sicheren Halt bei Schnee und Eis sorgen zudem Spikes. Derartige Spikes, vor allem die, die Metallstifte im Fersenbereich und nicht nur unter den Fußballen haben, geben mehr Halt. Dabei ist zu beachten, dass diese Spikes wirklich nur außerhalb getragen werden.

Gerade bei glatten harten Böden wie etwa Fliesen im Innenbereich erzielen Spikes eine gegenteilige Wirkung. So könnten sie die Rutschgefahr noch erhöhen und sogar Kratzer hinterlassen.

Maßnahmen für die sichere Mobilität mit dem Auto

Sofern Sie mit dem Auto Ihre Wege bestreiten ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass das Fahrzeug wintertauglich ausgestattet ist. Darunter versteht man neben dem Vorfinden von Frostschutz für Kühler und Scheibenwischanlage, auch einen Eiskratzer sowie die richtige Bereifung. Bei der richtigen Bereifung ist zum empfehlen, Winterreifen mit M+S- und Schneeflockensymbol zu besitzen, sobald die Außentemperatur unter sieben Grad Celsius fällt. Außerdem schreibt die deutsche Verkehrswacht eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern vor. Ein weiterer Tipp für die richtige Reifenhaltung ist das Austauschen der Reifen nach spätestens sechs Jahren, da die Haftreibung mit zunehmendem Altem nachlässt.

Neben den Reifen ist auch noch die Beleuchtung essenziell. Diese sollte regelmäßig überprüft werden. Außerdem empfiehlt es sich auch tagsüber mit Licht zu fahren. Ist darüber hinaus noch die Sicht schlecht, sollte neben dem Tagfahrlicht auch das Abblendlicht eingeschaltet werden. Des Weiteren sollten alle Scheiben auch von innen sauber sein, da es ansonsten zu Blendungen kommen könnte. Bei Schnee und Eis müssen unbedingt alle Scheiben, Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter freigekratzt bzw. Schnee vom Dach und von der Motorhaube entfernt werden.

Da sich bei Regen, Eis, Schnee oder auch Laub der Bremsweg stark verlängert, ist es wichtig, seinen Fahrstil an eben diese Witterungsbedingungen und Sichtverhältnisse anzupassen. Das beinhaltet neben der Reduzierung der Geschwindigkeit auch die Erhöhung des Sicherheitsabstands.

Maßnahmen für die sichere Mobilität mit dem Fahrrad

Neben dem Auto ist auch das Fahrradfahren ein beliebtes Mittel, um den Weg zur und von der Arbeit zu bestreiten. Vor allem in der dunklen Jahreszeit ist es von immenser Bedeutung, das Fahrradfahren so sicher wie möglich zu machen.

Ein sehr wichtiger Punkt dabei ist die funktionierende Beleuchtung. So sollte das Fahrrad über eine möglichst wartungsfreie Lichttechnik (Nabendynamo, LED-Rücklicht mit Standlicht und LED-Frontscheinwerfer) verfügen. Damit die anderen Verkehrsteilnehmer das Fahrrad gut und rechtzeitig sehen, sollte das Fahrrad mit allen vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet sein. Dabei empfiehlt es sich auch Reflexstreifen an Reifen, Taschen und der eigenen Bekleidung anzubringen sowie allgemein auf helle Kleidung zurückzugreifen. Um die Sichtbarkeit noch zusätzlich zu erhöhen, empfiehlt sich das Tragen von Warnwesten mit Neonfarben über der Kleidung.

Vor jeder Fahrt ist es unumgänglich zu prüfen, ob die Bremsen und das Licht einwandfrei funktionieren. Darüber hinaus sollten alle beweglichen Teile am Fahrrad, vor allem die Kette, regelmäßig gereinigt und geschmiert werden. Des Weiteren sind zusätzliche Sichtbehinderungen, wie etwa eine zu tief heruntergezogene Kapuze oder Mütze besser wegzulassen.

Allgemein ist es zu empfehlen, dass bei Schnee oder Eis möglichst auf ein anderes Verkehrsmittel zurückgegriffen werden sollte. Sollte das nicht möglich sein, können gegebenenfalls Spikereifen aufgezogen werden, um so für einen sicheren Halt zu sorgen.

Zusätzlicher Wärmeschutz für die sichere Mobilität mit dem Fahrrad

Neben den Sicherheitsaspekten ist gerade auch der Wärmefaktor beim Fahrradfahren im Herbst und im Winter sehr wichtig. Neben warmer Kleidung sind auch Handschuhe, welche nicht nur warm und wasserabweisend sein sollten, sondern trotzdem noch ein Gefühl zum Schalten und Bremsen lassen, äußerst zu empfehlen.

Außerdem sorgen winddichte Kleidung, welche aber gleichzeitig nicht zu dick sein sollte, sowie wärmende Accessoires wie beheizbare Einlegesohlen und Isolierflaschen für die notwendige Wärme. Des Weiteren empfehlen sich dicke Socken sowie festes Schuhwerk. Beim Schuhwerk sollte aber zusätzlich darauf geachtet werden, dass noch Luft zwischen Fuß und Schuh bleibt, da diese isolierend wirkt.

Förderung des Fahrradfahrens durch den Betrieb

Gerade in der dunklen Jahreszeit ist das Fahrradfahren als Möglichkeit der Wegebeschreitung zur und von der Arbeit sicher nicht ganz ungefährlich. Nichtsdestotrotz ist vor allem der positive körperliche Gesundheitsfaktor auf keinen Fall zu unterschätzen.

Damit in Unternehmen die Bereitschaft das Fahrrad für den Weg zur und von der Arbeit zu nutzen, steigt, kann der Betrieb selbst einige Maßnahmen ergreifen. So kann das Unternehmen Anreize für das Fahrradfahren schaffen, in dem es Zuschüsse zum Kauf von Helmen oder Regenschutz bietet. Weiterhin kann der Betrieb einen Fahrradmechaniker bestellen, welcher im Frühjahr bzw. im Herbst die jeweilige Wartung der Fahrräder übernimmt.

Eine weitere interessante Möglichkeit, das Fahrradfahren im Betrieb zu fördern, ist das Dienstradleasing, welches staatlich gefördert wird. Der Gesetzgeber fördert solche Diensträder, um den Verkehr zu entlasten und die Umwelt zu schützen. Weiterhin sollten, wenn Mitarbeiter mit dem Fahrrad in die Arbeit kommen, ausreichend Umkleide- und Duschräume zur Verfügung stehen.

Welchen Mehrwert bietet das Fahrradfahren zur Arbeit?

Durch das Fahrradfahren zur und von der Arbeit kommt es zu einem besseren körperlichen Wohlfühlbefinden. Durch die regelmäßige sportliche Aktivität wird der Körper fitter und leistungsfähiger. Das zeigt sich in der Arbeit in Form von besserer Konzentration sowie besserer Stressbewältigung.

Darüber hinaus wird mit dem Fahrradfahren auch noch Geld gespart, welches man ansonsten in den öffentlichen Nahverkehr oder in den Tank des Autos stecken müsste. Meist garantiert das Fahrradfahren auch ein schnelleres Ankommen in der Arbeit, da man von Stau und Verspätungen verschont bleibt.

Wie können Betriebe für eine sichere Mobilität als Teil des Arbeitsschutzes sorgen?

Damit die sichere Mobilität auch im Herbst und im Winter gefahrenlos und letztendlich sicher bleibt, können auch die Betriebe präventiv vorsorgen. Somit wird das sichere Unterwegssein in der dunklen Jahreszeit auch ein Thema für den betrieblichen Arbeitsschutz. So müssen alle Dienstfahrzeuge wintertauglich sein. Darüber hinaus sollte das Unternehmen dafür sorgen, dass alle Eingänge trocken und alle Flächen geräumt und gestreut sind, um so die Rutschgefahr zu minimieren.

Gleichzeitig können Betriebe Zeitpuffer schaffen und damit dem Stress entgegenwirken, wodurch sich die Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit nicht abhetzen müssen und vorsichtiger werden.

Noch Fragen zur sicheren Mobilität? Wir helfen Ihnen!

Damit die sichere Mobilität auch im Herbst und im Winter bei widrigen Witterungsverhältnissen gefahrenlos vonstattengehen kann, ist ein Zusammenwirken von Beschäftigten und Betrieben auch im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes notwendig. Dabei ist es egal, ob der Mitarbeiter zu Fuß, mit dem Fahrrad, durch öffentliche Verkehrsmittel oder mit dem Auto zur und von der Arbeit kommt. Das größte Augenmerk sollte stets auf dem Faktor liegen, dass dieser sicher und gesund zur Arbeit und dann auch wieder nach Hause kommt.

Mit Hilfe unserer Tipps und Maßnahmen ist bereits der erste Grundstein gelegt. Benötigen Sie weitere Informationen zum Thema Sichere Mobilität als Teil des Arbeitsschutzes? Melden Sie sich, wir beantworten gern Ihre Fragen!